Gibt es einen “Nobelpreis” für das Internet?

Jeder kennt den Nobelpreis für Physik, den Nobelpreis für Literatur und die anderen Nobelreise, die jedes Jahr in Stockholm vergeben werden. Erst vor einigen Jahren hat die Vergabe des Friedensnobelpreises an Barack Obama für Aufsehen gesorgt, da die USA militärisch im Nahen Osten stark engagiert sind.

Dieses Jahr könnte es jedoch noch einen weiteren Aufsehenerregenden Kandidaten für diesen Preis geben. Die Rede ist hierbei vom Internet.

Ein Nobelpreis für das Internet? Nicht undenkbar.

Ist ein Nobelpreis für das Internet wirklich undenkbar? Es ist mittlerweile keine Frage mehr, dass das Internet eine wichtige zivilisatorische Neuerung darstellt und eine der wichtigen, wenn nicht die wichtigste Erfindung der vergangenen Jahrzehnte. Milliarden Mensch weltweit nutzen das Internet und verbinden sich miteinander.

Deshalb erscheint die Frage gar nicht so ungewöhnlich, wieso eine solche Neuerung nicht mit einem Preis bedacht werden sollte. Erfindungen in der Medizin etwa werden ebenfalls mit Nobelpreisen bedacht, wobei hier jedoch die verantwortlichen Ärzte die Preisträger sind. Einen „Erfinder“ des Internets in diesem Sinne gibt es nicht, da das Internet eine gemeinschaftliche Entwicklung gewesen ist von Beginn an, wobei US-militärs in den 60er du 70er Jahren den Angang gemacht haben.

Das Internet wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach vorgeschlagen

Bereits im Jahr 2010 hat das Internet zu den Kandidaten für den Friedensnobelpreis gehört. Die Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 2003, Schirin Ebadi, gab den Anstoß hierfür und hat Larry Roberts, Vint Cerf und Tim Berners-Lee als Pioniere des Internets für den Preis vorgeschlagen.

Das war notwendig, da der Preis nur an Einzelpersonen oder Institutionen vergeben werden kann. Argumentierte wurde, dass das Internet Menschen verbindet, was das beste Mittel gegen Hass und Konflikte sei. Der Friedensnobelpreis wird seit dem Jahr 1901 verliehen am Todestag des Stifters Alfred Nobel, dem 10. Dezember.

Das Internet wird auch gerade im Zusammenhang mit den Entwicklungen im „Arabischen Frühling“ immer wieder als Kandidat genannt, da es nachweislich den Frieden in der Welt fördere. So wurde zum Beispiel die Frage aufgeworfen, ob ein Unrechtsstaat wie die DDR überhaupt möglich gewesen wäre, wenn Mobiltelefone und das Internet bereits existiert hätten. Auch wird dem Internet eine wichtige Rolle im Iran zugeschrieben, da die Oppositionellen sich dort über das Internet verbinden und politisch aktiv werden können.

Vom Tellerwäscher zum Nobelpreisträger

Der Name Lech Walesa steht auch heute noch für Frieden und Solidarität. Es ist aber auch die Geschichte eines Mannes, der in Armut lebte und es bis zum Präsident und Nobelpreisträger brachte.

Lech Walesa wurde 1939 im polnischen Popowo geboren. Sein Vater wurde von den Nazis in ein KZ verschleppt. Dort starb er, Lech war gerade ein Jahr alt. Mit seiner Mutter und dem Stiefvater lebte er in der Nachkriegszeit in großer Armut. Nach seinem Armeedienst absolvierte Lech eine Lehre als Elektriker. Er fand Arbeit in der Lenin-Werft.

Als 1970 die Lebensmittelpreise immer drastischer stiegen, schloss sich Walesa einer Protestbewegung an. In diesem Jahr trat er zum ersten Mal politisch in Erscheinung. Auch 1976 protestierte er wieder gegen die soziale Ungerechtigkeit im Land. Dies hatte seine Kündigung bei der Werft zur Folge. Lech Walesa war mittlerweile verheiratet und hatte acht Kinder. In den Jahren seiner Arbeitslosigkeit konnte er nur mit Mühe seine Familie durchbringen.

So wurde er politisch immer aktiver und gründete 1978 die Gewerkschaft “Solidarnosc”. Unermüdlich kämpfte Wales für die Rechte der Arbeiter. 1981 wurde er der Vorsitzende von “Solidarnosc”. Bald hatte die Gewerkschaft mehr als 10 Millionen Mitglieder. Der kommunistischen Regierung wurde dies allmählich zu “heiß”. Sie verhängte das Kriegsrecht über das Land und verbot die Gewerkschaft. Alle Mitglieder wurden verhaftet. Auch Walesa wurde erneut eingesperrt.

Erst 1983 wurde das Kriegsrecht aufgehoben. Walesa kam aus der Haft und gründete “Solidarnosc” erneut im Untergrund. Für seine unermüdliche Arbeit und dem Kampf um Demokratie und Menschlichkeit bekam Walesa 1983 den Friedensnobelpreis verliehen. Doch sein Kampf für soziale Gerechtigkeit und Demokratie ging weiter.

Schließlich trat 1990 die kommunistische Partei zurück und Walesa wurde der Präsident Polens. Gerade weil Walesa seit frühester Kindheit Armut und Ungerechtigkeit erlebte, hatte ihn dies zu seinen Aktivitäten motiviert. Mit Zivilcourage und Beharrlichkeit erreichte er nicht nur für sich sondern für Millionen Polen bessere Lebensbedingungen.

Der Nobelpreis wird für fünf Kategorien vergeben

  • Chemie
  • Physik
  • Physiologie oder Medizin
  • Literatur
  • Friedensbemühungen

Seit 1968 wird zudem ein Preis für Wirtschaftswissenschaften verliehen. Er wird jedes Jahr zusammen mit den Nobelpreisen vergeben.

 

Alfred Nobel, eine Biographie

Alfred Nobel gilt als einer der größten Forscher aller Zeiten. Im Laufe seines Lebens meldete er 355 Patente an – ein Indiz für seinen Forschergeist. Geboren wurde der Erfinder des Dynamits 1833 in Stockholm. Wie viele andere Mitglieder seiner Familie zeigte er früh eine Affinität zu Naturwissenschaften – insbesondere zu Physik und Chemie. Im Alter von 17 Jahren, nachdem er aus Russland nach Stockholm zurückgekehrt war, beherrschte er bereits fünf Sprachen. Von seinem Vater wurde er wenig später aufgrund seiner Liebe zur Literatur für zwei Jahre ins Ausland geschickt. Bei seinen Reisen lernte er Ascanio Sobrero, den Erfinder des Nitroglycerins, kennen.

Eine Erfindung macht Karriere

In den folgenden Jahren suchte Nobel nach einem Weg, Nitroglycerin anwendungssicher zu machen. Er erfand dabei unter anderem die Initialzündung zur sicheren Sprengung des Glycerins. Bei Experimenten und der Massenproduktion von Nitroglycerin kam es zu mehreren schweren Unfällen und Explosionen. Dabei wurde unter anderem sein Bruder getötet. Eine Legende besagt, dass Dynamit entdeckt wurde, als aus einem undichten Fass, Nitroglycerin auf die Kieselpolsterung auslief. Nobel bestritt jedoch stets eine zufällige Entdeckung des Dynamits. Gesichert ist, dass er das Mischverhältnis zwischen Nitroglycerin und Kieselgur perfektionierte und sich das Verfahren patentieren ließ.

Waffen für Frieden

Trotz seiner Entwicklungen im Bereich der Sprengstofftechnik war Nobel ein Friedensliebhaber. Seine Ansichten zu Krieg und Frieden diskutierte er intensiv mit seiner Brieffreundin Bertha von Sutter. Nobel war der Meinung, dass eine zerstörungsstarke Waffe die Menschen von Krieg abbringen könnte. Diese Vermutung hat sich bis heute leider nicht bestätigt. Aufgrund seiner unglücklichen Beziehungen und seiner Kinderlosigkeit vermachte Nobel den Großteil seines Einkommens seiner Stiftung. Diese sollte in regelmäßigen Abständen die würdigsten Forscher aus allen Ländern in verschiedenen Kategorien auszeichnen. Hierzu zählen unter anderem die Kategorien Literatur, Frieden und Physik. Eine Legende besagt, dass Nobel die Einrichtung eines Mathematiknobelpreises ausdrücklich untersagte – weil eine Verehrte ihn einmal aufgrund eines Mathematikprofessors verließ.

Der Pritzker Preis – der “Nobelpreis” für Architektur

Der Pritzker Preis ist in Architektenkreisen ebenso angesehen, wie der Nobelpreis unter Wissenschaftlern oder der Pulitzer Preis für Journalisten. Dabei wurde er bereits im Jahre 1979 eingeführt und zählt heute zu den bedeutendsten Preisen in der Welt der Architektur. Der Pritzker Preis wurde vom US-Amerikaner Jay A. Pritzker ins Leben gerufen. Er war unter anderem auch Besitzer der bekannten Hyatt Hotelkette. Seine Gattin Cindy und er stifteten den Pritzker Preis 1979 das erste Mal und nach dem Tod Pritzkers wurde er stets von der Hyatt-Stiftung vergeben.

Der Pritzker Preis wird einmal pro Jahr vergeben und ist mit jeweils 100.000 US-Dollar Preisgeld dotiert. Mittlerweile können mehr als 30 Architekten stolz darauf sein, einmal in ihrem Leben den Pritzker Preis erhalten zu haben. Besonders stolz dürfte die Preisträgerin von 2004 sein, Zaha Hadid. Die Britin, die aus dem Irak stammt, wurde für ihr Lebenswerk geehrt und war die erste Frau, die den Pritzker Preis erhielt.

Der erste Gewinner
Der erste Gewinner des Pritzker Preises war Philip Johnson aus den USA im Jahre 1979. Er war einer der Mitbegründer der Postmoderne und der dekonstruktivistischen Architektur. An den Mexikaner Luis Barragán wurde der Preis ein Jahr später verliehen und 1981 gewann der Brite James Stirling den begehrten Preis der Architektur. Auch er befasste sich vermehrt mit der Postmoderne und schuf so bedeutende Bauwerke, wie die Wohnanlage in Runcorn New Town oder die Neue Staatsgalerie und das Kammertheater in Stuttgart.

Weitere Gewinner des Pritzker Preises
Weitere Preisträger des Pritzker Preises waren Kevin Roche, Richard Meier, Hans Hollein, übrigens der einzige Österreicher, der den Pritzker Preis erhielt, und Norman Foster. Auch ein Deutscher schaffte es einmal, den Pritzker Preis zu erhalten: Das war im Jahre 1986. Gottfried Böhm wurde damals mit dem Pritzker Preis ausgezeichnet und hat sich bis heute an zahlreichen bedeutenden Bauwerken beteiligt, wie dem Mariendom in Neviges oder dem Hans Otto Theater in Potsdam.

Im Jahr 2011 gewann Eduardo Souto de Moura den Pritzker Preis.

Der portugiesische Architekt befasst sich vorwiegend mit der zeitgenössischen portugiesischen Architektur und erhielt den Preis für sein Lebenswerk. Wichtige Werke in der Laufbahn Eduardo Souto de Mouras waren unter anderem das Stadion in Braga, das 2000 entstand, das Nevogilde Haus oder der Burgo Tower in Porto.

Wer sich für das Thema Architektur interessiert, der findet hier meine Top 3 Webseiten rund um Architektur im Internet:
detail.de – Architekturportal
http://deu.archinform.net – Datenbank für Architektur
http://www.uni-weimar.de – Bauhaus-Universität Weimar

 

Wurde schon mal ein Nobelpreis für Computersoftware vergeben ?

Der Nobelpreis wurde im Jahre 1901 testamentarisch von Alfred Nobel ins Leben gerufen. Er gründete eine Stiftung, aus deren Geldern seither jährlich die wichtigsten Leistungen in den Wissenschaften Chemie, Physik und Medizin sowie in der Literatur geschaffen wurden. Zusätzlich gibt es auch einen Nobelpreis für die wichtigsten Friedensbemühungen. Später wurde noch ein Preis für wirtschaftliche Leistungen hinzugefügt, der aber im Grunde kein Nobelpreis ist, sondern nur im gleichen Rahmen verliehen wird. Alfred Nobel hat in seinem Testament die Bereiche, die er selbst für besonders wichtig hielt, mit den entsprechenden Preisen versehen. Da er Computersoftware noch nicht kannte, war es auch nicht möglich, dass er einen Preis ausschrieb, der den Entwickler einer besonders bedeutenden Software auszeichnen würde.

Der Nobelpreis könnte also nur für eine Computersoftware verliehen werden, wenn diese Anwendung zu einem Durchbruch in einem der anderen Bereiche führen würde. So könnte zum Beispiel die SSL-Verschlüsselung im Bereich Wirtschaft ausgezeichnet werden, da durch diese Software eine Sicherheit erreicht wird, die Online-Banking und Handel im Internet erst möglich machte. Heutzutage gibt es viele Anbieter die sich auf SSL Zertifikat spezialisiert haben wie zm Beispiel die Seite PSW. Hierfür müsste das Nobelpreis-Komitee anerkennen, dass die Entwicklung einer Software von tragender Bedeutung für einen wissenschaftlichen Bereich war. Da der 1896 verstorbene Alfred Nobel jedoch eher an die Inhalte der Forschung dachte, als er seine Stiftung testamentarisch dazu ermächtigte, die besten Wissenschaftler auszuwählen, kommt eine solche Würdigung für die Entwicklung eines Werkzeuges, wie es die Software ist, eher nicht vor.

Der Nobelpreis ist jedoch nicht der einzige Preis, der großartige Leistungen würdigt. Im Falle der Computersoftware kann man vom Turing-Award sprechen. Dieser Preis wird seit 1966 im Bereich der Informatik vergeben. In jedem Jahr wird ein Experte ausgewählt, dessen Leistungen besonders gewürdigt werden sollen. Ähnliche wie beim Nobelpreis werden die Nominierten daraufhin verglichen, wessen Arbeit den größten Einfluss auf die Entwicklung der Informatik hatte. Dabei muss es nicht zu weitreichenden Folgen, die auch den Rest der Gesellschaft betreffen, gekommen sein. Auch wenn allein ein Informatiker die Bedeutung der Arbeit erkennen kann, ist es möglich, dass die Auszeichnung vergeben wird. Daher ist diese Auszeichnung im Rahmen der Informatik sogar noch höher angesehen, als es die Anerkennung einer Software durch die Nobelstiftung wäre. Der Turing-Award ist sozusagen der Nobelpreis der Informatiker.

Auflistung der Physik-Nobelpreisträger 1901-2010

Wilhelm Conrad Röntgen (1901), Hendrik Antoon Lorentz (1902), Pieter Zeeman (1902), Antoine Henri Becquerel (1903), Marie Curie (1903), Pierre Curie (1903), John William Strutt (1904), Philipp Lenard (1905), Joseph John Thomson (1906), Albert Abraham Michelson (1907), Gabriel Lippmann (1908), Ferdinand Braun (1909), Guglielmo Marconi (1909), Johannes Diderik van der Waals (1910), Wilhelm Wien (1911), Gustaf Dalén (1912), Heike Kamerlingh Onnes (1913), Max von Laue (1914), William Henry Bragg (1915), William Lawrence Bragg (1915), Charles Glover Barkla (1917), Max Planck (1918), Johannes Stark (1919), Charles Édouard Guillaume (1920), Albert Einstein (1921), Niels Bohr (1922), Robert Andrews Millikan (1923), Manne Siegbahn (1924), James Franck (1925), Gustav Hertz (1925 (verliehen 1926)), Jean-Baptiste Perrin (1926), Arthur Holly Compton (1927), Charles Thomson Rees Wilson (1927), Owen Willans Richardson (1928 (verliehen 1929)), Louis de Broglie (1929), Chandrasekhara Venkata Raman (1930), Werner Heisenberg (1932), Erwin Schrödinger (1933), Paul Dirac (1933), James Chadwick (1935), Victor Franz Hess (1936), Carl David Anderson (1936), Clinton Davisson (1937), George Paget Thomson (1937), Enrico Fermi (1938), Ernest Lawrence (1939), Otto Stern (1943), Isidor Isaac Rabi (1944), Wolfgang Pauli (1945), Percy Williams Bridgman (1946), Edward Victor Appleton (1947), Patrick Maynard Stuart Blackett (1948), Hideki Yukawa (1949), Cecil Powell (1950), John Cockcroft (1951), Ernest Walton (1951), Felix Bloch (1952), Edward Mills Purcell (1952), Frits Zernike (1953), Max Born (1954), Walther Bothe (1954), Willis Eugene Lamb (1955), Polykarp Kusch (1955), William Bradford Shockley (1956), John Bardeen (1956), Walter Houser Brattain (1956), Chen Ning Yang (1957), Tsung-Dao Lee (1957), Pawel Tscherenkow (1958), Ilja Frank (1958), Igor Tamm (1958), Emilio Segrè (1959), Owen Chamberlain (1959), Donald Arthur Glaser (1960), Robert Hofstadter (1961), Rudolf Mößbauer (1961), Lew Landau (1962), Eugene Paul Wigner (1963), Maria Goeppert-Mayer (1963), Johannes Hans Daniel Jensen (1963), Charles Hard Townes (1964), Nikolai Bassow (1964), Alexander Prochorow (1964), Richard Feynman (1965), Julian Seymour Schwinger (1965), Shin’ichirō Tomonaga (1965), Alfred Kastler (1966), Hans Bethe (1967), Luis Walter Alvarez (1968), Murray Gell-Mann (1969), Hannes Alfvén (1970), Louis Néel (1970), Dennis Gábor (1971), John Bardeen (1972), Leon Neil Cooper (1972), John Robert Schrieffer (1972), Leo Esaki (1973), Ivar Giaever (1973), Brian David Josephson (1973), Martin Ryle (1974), Antony Hewish (1974), Aage Niels Bohr (1975), Ben Mottelson (1975), James Rainwater (1975), Burton Richter (1976), Samuel Chao Chung Ting (1976), Philip Warren Anderson (1977), Nevill Francis Mott (1977),John Hasbrouck van Vleck (1977), Pjotr Kapiza (1978), Arno Penzias (1978), Robert Woodrow Wilson (1978), Sheldon Lee Glashow (1979), Abdus Salam (1979), Steven Weinberg (1979), James Cronin (1980), Val Fitch (1980), Nicolaas Bloembergen (1981), Arthur Leonard Schawlow (1981), Kai Siegbahn (1981), Kenneth Wilson (1982), Subrahmanyan Chandrasekhar (1983), William Alfred Fowler (1983), Carlo Rubbia (1984), Simon van der Meer (1984), Klaus von Klitzing (1985), Ernst Ruska (1986), Gerd Binnig (1986), Heinrich Rohrer (1986), Johannes Georg Bednorz (1987), Karl Alexander Müller (1987), Leon Max Lederman (1988), Melvin Schwartz (1988), Jack Steinberger (1988), Wolfgang Paul (1989), Hans Georg Dehmelt (1989), Norman Ramsey (1989), Jerome Isaac Friedman (1990), Henry Way Kendall (1990), Richard Edward Taylor (1990), Pierre-Gilles de Gennes (1991), Georges Charpak (1992), Russell Hulse (1993), Joseph Hooton Taylor jr. (1993), Bertram Brockhouse (1994), Clifford Shull (1994), Martin Lewis Perl (1995), Frederick Reines (1995), David Morris Lee (1996), Douglas Dean Osheroff (1996), Robert Coleman Richardson (1996), Steven Chu (1997), Claude Cohen-Tannoudji (1997), William Daniel Phillips (1997), Robert Betts Laughlin (1998), Horst Ludwig Störmer (1998), Daniel Chee Tsui (1998), Gerardus ’t Hooft (1999), Martin Justinus Godefriedus Veltman (1999), Schores Alfjorow (2000), Herbert Kroemer (2000), Jack Kilby (2000), Eric Allin Cornell (2001), Wolfgang Ketterle (2001), Carl Edwin Wieman (2001), Raymond Davis jr. (2002), Masatoshi Koshiba (2002), Riccardo Giacconi (2002), Alexei Abrikossow (2003), Witali Ginsburg (2003), Anthony James Leggett (2003), David Gross (2004), David Politzer (2004), Frank Wilczek (2004), Roy Jay Glauber (2005), John Lewis Hall (2005), Theodor Hänsch (2005), John Cromwell Mather (2006), George Fitzgerald Smoot (2006), Albert Fert (2007), Peter Grünberg (2007), Yōichirō Nambu (2008), Makoto Kobayashi (2008), Toshihide Masukawa (2008), Charles Kuen Kao (2009), Willard Boyle (2009), George Elwood Smith (2009), Andre Geim (2010), Konstantin Novoselov (2010); keine Verleihung: 1916, 1931, 1934, 1940, 1941, 1942.

Was sind mit dem Nobelpreis vergleichbare andere Preise?

Der Nobelpreis ist die höchste Auszeichnung in den Bereichen Medizin, Chemie, Physik, Friedensbemühungen und Literatur. Da dieser Preis, der seit 1901 vergeben wird, nur wenige Fachgebiete abdeckt, gibt es heute mittlerweile eine Vielzahl anderer Preise, die fast ebenso prestigeträchtig sind wie der Nobelpreis.

Preis für Wirtschaftswissenschaften

Der „Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel“ wird jedes Jahr am gleichen Tag wie die ursprünglichen Nobelpreise verliehen und die Preisträger werden außerdem vom selben Komitee ausgewählt. Der Preis, der umgangssprachlich auch als Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet wird, existiert seit 1969 und kann auch an Politikwissenschafter, Soziologen und Psychologen vergeben werden.

Pulitzer Preis

Der US-amerikanische Pulitzer Preis wird seit 1917 an Journalisten und Schriftsteller vergeben. Er gilt in den Vereinigten Staaten als bedeutendster Literaturpreis und wird in 21 Kategorien, die aus 2 großen Bereichen stammen, vergeben. In der Sparte Journalismus gibt es unter anderem die Unterkategorien Investigativer Journalismus, Leitartikel und Aktuelle Berichterstattung. Im Bereich Literatur, Theater und Musik werden Auszeichnungen für beispielsweise Romane, Sachbücher und Biographien vergeben.

Right Livelihood Award

Der Right Livelihood Award wird oft als „Alternativer Nobelpreis“ bezeichnet und wird seit 1980 vergeben. Er gilt als renommiertester Preis auf den Gebieten Entwicklung und Ökologie. Wie im Fall des Nobelpreises kam auch eine Schwede auf die Idee einen Preis für diese Bereiche zu vergeben. Im Gegensatz zum „echten“ Nobelpreis ist der Right Livelihood Award jedoch der breiten Öffentlichkeit eher unbekannt und genießt auch bei Weitem nicht so viel Ansehen.

Weitere vergleichbare Preise

In nahezu jedem Bereich, in dem Forschung betrieben wird, werden auch Preise für besondere Leistungen und Entdeckungen verliehen. Der wichtigste Architekturpreis ist der so genannte Pritzker Preis, den es seit 1979 gibt. Im Fachgebiet Mathematik wird seit 1936 die „Internationale Medaille für herausragende Entdeckungen in der Mathematik“, kurz „Fields Medaille“ vergeben. Der Turing Award ist die höchste Auszeichnung für Informatiker. Der Preis wurde 1966 ins Leben gerufen. Darüber hinaus gibt es in anderen Teilen der Welt verschiedene Preise, die mit dem Nobelpreis vergleichbar sind. Ein wichtiger asiatischer Wissenschaftspreis ist der „Internationale Japanpreis“, der besondere Leistungen in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften würdigt. Dieser Preis wurde 1985 zum ersten Mal verliehen.
Update: Leider gibt es noch keinen Preis für Softwareentwicklung. Dabei wird auf diesem Gebiet wirklich innovatives geleistet. Z.b. diese Newsletter-Software von eCircle. Aber es gibt auch noch 1000 andere Beispiele dafür.

Wie wird beim Nobelpreis nominiert und der Sieger ausgewählt?

Der Nobelpreis gehört weltweit zu den wichtigsten Auszeichnungen. In den Kategorien Chemie, Physik, Literatur, Physiologie oder Medizin, Frieden und Wirtschaft wird der Preis jährlich an herausragende Persönlichkeiten vergeben.

Vor der Vergabe durchlaufen potentielle Gewinner einen Nominierungsprozess, der bestimmten Vorgaben unterliegt. Die genauen Bestimmungen basieren auf den Statuten der Nobelstiftung. Während bis in die 1970er Jahre auch verstorbene Persönlichkeiten für den wichtigen Preis nominiert werden durften, steht das Recht auf Nominierung nun mittlerweile nur noch lebenden Personen zu. Wer allerdings zwischen Bekanntgabe im Oktober und der Vergabe des Preises im Dezember verstirbt, erhält die Ehrung posthum. Als Nominierungsfrist ist der 1. Februar jedes Jahres festgesetzt. Die Meinungen der Nobelkomitees sowie die Informationen über Nominierende und Nominierte stehen für 50 Jahre unter Verschluss, erst dann können sie eingesehen werden. Eine Selbstnominierung ist nicht möglich.

Zur Nominierung ist nur ein ausgewählter Kreis an Experten und Persönlichkeiten berechtigt. Zum einen können frühere Preisträger Nominierung aussprechen. Je nach Kategorie kann die Nominierung zudem über weitere Personen erfolgen. In den Bereichen Wirtschaft, Physik, Chemie und Medizin fällt die Aufgabe der Nominierung den Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften und dem Nobelkomitee zu. Darüber hinaus können Professoren aus dem jeweiligen Fachbereich von ausgewählten skandinavischen Universitäten sowie ausgesuchte fachkundige Wissenschaftler einzelner anderer Universitäten Vorschläge unterbreiten.

Bezüglich des Nobelpreises im Bereich der Literaturwissenschaften werden die Nominierungen von Mitgliedern der Schwedischen Akademie sowie von weiteren vergleichbaren Einrichtungen vorgebracht. Auch bedeutende Professoren der Literatur- und Sprachwissenschaften sowie Präsidenten wichtiger Schriftstellervereinigungen fällt die Ehre der Nominierung zu.

Die Nominierungen für den Friedensnobelpreis können hingegen durch jedes Mitglied einer Regierung oder eines internationalen Gerichts erfolgen. Darüber hinaus dürfen auch Professoren der Sozialwissenschaften, Geschichte, Philosophie, Theologie und des Rechts sowie Leiter von Friedensforschungsinstituten Vorschläge anbringen. Im Gegensatz zu den anderen Bereichen kann der Friedensnobelpreis nicht nur an einzelne Personen, sondern auch an Organisationen vergeben werden.

Die letztendliche Vergabe des Preises erfolgt dann basierend auf der Liste der Nominierten. Dabei ist die Anzahl an Nominierungen nicht entscheidend für den Erhalt der Auszeichnung. Je nach Fachbereich beraten sich verschiedene Gremien bestehend aus meist fünf Mitgliedern über die Nominierten und beschließen einen Preisträger, der jedes Jahr Anfang Oktober bekanntgegeben wird.

Wie entstand der Nobel-Preis: Aus dem Testament Alfred Nobels

Der Nobelpreis ist wohl der bedeutendste und bekannteste aller Preise weltweit. Zu verdanken haben wir diesen dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel. Dieser nämlich legte in seinem Testament fest, dass mit seinem Vermögen eine Stiftung gegründet werden sollte. Die Zinsen, welche sich aus diesem Vermögen ergaben, sollten laut Alfred Nobel an jene Personen verteilt werden, die einen besonderen Nutzen für die Menschheit geschaffen hatten. Dabei sollte der Betrag zu gleichen Teilen auf die fünf Gebiete Medizin, Physiologie, Chemie, Physik und Literatur aufgeteilt werden. Im Jahr 1896 starb Alfred Nobel an einem Herzinfarkt in Italien.

Bereits im Jahr 1900, also vier Jahre nach dem Tod Nobels, wurde die Stiftung tatsächlich ins Leben gerufen. Die ersten Preise wurden im Jahr 1901 verliehen und gehen bis heute an bedeutende Persönlichkeiten. Im Jahr 1901 gingen die Nobelpreise an folgende Preisträger:
- Emil Adolf von Behring im Bereich Medizin für seine Errungenschaften im Bereich der Serumtherapie
- im Bereich Physik an Wilhelm Conrad Röntgen für die nach ihm benannten Strahlen
- Jacobus Henricus van ‘t Hoff im Bereich Chemie
- JSully Prudhomme im Bereich Literatur sowie
- Jean Henry Dunant für die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz

Jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel, wird der Nobelpreis verliehen. Die Verleihung des Friedensnobelpreises findet in der schwedischen Stadt Oslo statt, alle anderen Preise werden in Stockholm durch den schwedischen König verliehen. Seit dem Jahr 1969 wird ein zusätzlicher Preis verliehen, der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften.
Der Nobelpreis kann an maximal drei Personen gleichzeitig vergeben werden, während der Friedensnobelpreis auch an Stiftungen verliehen werden kann. Möglich ist es jedoch auch, dass kein würdiger Preisträger gefunden wird – in diesem Fall wird der Nobelpreis einfach für ein Jahr zurückgehalten. Auch dies kam in der Geschichte des Nobelpreises bereits vor.

Neben der Medaille erhalten die Preisträger noch heute eine Urkunde sowie ein Preisgeld. Seit dem Jahr 2001 beträgt dies zehn Millionen Schwedische Kronen je Kategorie (dies entspricht etwa 1,1 Millionen Euro).

Was viele nicht wissen, ist der Hintergrund für Alfred Nobels Testament, welches er im Jahre 1895 aufsetzte. Nobel war der Erfinder des Dynamits – leider geriet diese Entdeckung in die falschen Hände und wurde vorrangig für den Krieg genutzt – eine Tatsache, die Nobel nie überwunden hat. Praktisch als Wiedergutmachung sah er darum in seinem Testament die Stiftung vor. Kinder, welche das Vermögen Nobels erben konnten, gab es übrigens nicht.
Alfred Nobel hat selbst mehr als 350 Patente angemeldet.