Vom Tellerwäscher zum Nobelpreisträger

Der Name Lech Walesa steht auch heute noch für Frieden und Solidarität. Es ist aber auch die Geschichte eines Mannes, der in Armut lebte und es bis zum Präsident und Nobelpreisträger brachte.

Lech Walesa wurde 1939 im polnischen Popowo geboren. Sein Vater wurde von den Nazis in ein KZ verschleppt. Dort starb er, Lech war gerade ein Jahr alt. Mit seiner Mutter und dem Stiefvater lebte er in der Nachkriegszeit in großer Armut. Nach seinem Armeedienst absolvierte Lech eine Lehre als Elektriker. Er fand Arbeit in der Lenin-Werft.

Als 1970 die Lebensmittelpreise immer drastischer stiegen, schloss sich Walesa einer Protestbewegung an. In diesem Jahr trat er zum ersten Mal politisch in Erscheinung. Auch 1976 protestierte er wieder gegen die soziale Ungerechtigkeit im Land. Dies hatte seine Kündigung bei der Werft zur Folge. Lech Walesa war mittlerweile verheiratet und hatte acht Kinder. In den Jahren seiner Arbeitslosigkeit konnte er nur mit Mühe seine Familie durchbringen.

So wurde er politisch immer aktiver und gründete 1978 die Gewerkschaft „Solidarnosc“. Unermüdlich kämpfte Wales für die Rechte der Arbeiter. 1981 wurde er der Vorsitzende von „Solidarnosc“. Bald hatte die Gewerkschaft mehr als 10 Millionen Mitglieder. Der kommunistischen Regierung wurde dies allmählich zu „heiß“. Sie verhängte das Kriegsrecht über das Land und verbot die Gewerkschaft. Alle Mitglieder wurden verhaftet. Auch Walesa wurde erneut eingesperrt.

Erst 1983 wurde das Kriegsrecht aufgehoben. Walesa kam aus der Haft und gründete „Solidarnosc“ erneut im Untergrund. Für seine unermüdliche Arbeit und dem Kampf um Demokratie und Menschlichkeit bekam Walesa 1983 den Friedensnobelpreis verliehen. Doch sein Kampf für soziale Gerechtigkeit und Demokratie ging weiter.

Schließlich trat 1990 die kommunistische Partei zurück und Walesa wurde der Präsident Polens. Gerade weil Walesa seit frühester Kindheit Armut und Ungerechtigkeit erlebte, hatte ihn dies zu seinen Aktivitäten motiviert. Mit Zivilcourage und Beharrlichkeit erreichte er nicht nur für sich sondern für Millionen Polen bessere Lebensbedingungen.

Der Nobelpreis wird für fünf Kategorien vergeben

  • Chemie
  • Physik
  • Physiologie oder Medizin
  • Literatur
  • Friedensbemühungen

Seit 1968 wird zudem ein Preis für Wirtschaftswissenschaften verliehen. Er wird jedes Jahr zusammen mit den Nobelpreisen vergeben.

 

Wurde schon mal ein Nobelpreis für Computersoftware vergeben ?

Der Nobelpreis wurde im Jahre 1901 testamentarisch von Alfred Nobel ins Leben gerufen. Er gründete eine Stiftung, aus deren Geldern seither jährlich die wichtigsten Leistungen in den Wissenschaften Chemie, Physik und Medizin sowie in der Literatur geschaffen wurden. Zusätzlich gibt es auch einen Nobelpreis für die wichtigsten Friedensbemühungen. Später wurde noch ein Preis für wirtschaftliche Leistungen hinzugefügt, der aber im Grunde kein Nobelpreis ist, sondern nur im gleichen Rahmen verliehen wird. Alfred Nobel hat in seinem Testament die Bereiche, die er selbst für besonders wichtig hielt, mit den entsprechenden Preisen versehen. Da er Computersoftware noch nicht kannte, war es auch nicht möglich, dass er einen Preis ausschrieb, der den Entwickler einer besonders bedeutenden Software auszeichnen würde.

Der Nobelpreis könnte also nur für eine Computersoftware verliehen werden, wenn diese Anwendung zu einem Durchbruch in einem der anderen Bereiche führen würde. So könnte zum Beispiel die SSL-Verschlüsselung im Bereich Wirtschaft ausgezeichnet werden, da durch diese Software eine Sicherheit erreicht wird, die Online-Banking und Handel im Internet erst möglich machte. Heutzutage gibt es viele Anbieter die sich auf SSL Zertifikat spezialisiert haben wie zm Beispiel die Seite PSW. Hierfür müsste das Nobelpreis-Komitee anerkennen, dass die Entwicklung einer Software von tragender Bedeutung für einen wissenschaftlichen Bereich war. Da der 1896 verstorbene Alfred Nobel jedoch eher an die Inhalte der Forschung dachte, als er seine Stiftung testamentarisch dazu ermächtigte, die besten Wissenschaftler auszuwählen, kommt eine solche Würdigung für die Entwicklung eines Werkzeuges, wie es die Software ist, eher nicht vor.

Der Nobelpreis ist jedoch nicht der einzige Preis, der großartige Leistungen würdigt. Im Falle der Computersoftware kann man vom Turing-Award sprechen. Dieser Preis wird seit 1966 im Bereich der Informatik vergeben. In jedem Jahr wird ein Experte ausgewählt, dessen Leistungen besonders gewürdigt werden sollen. Ähnliche wie beim Nobelpreis werden die Nominierten daraufhin verglichen, wessen Arbeit den größten Einfluss auf die Entwicklung der Informatik hatte. Dabei muss es nicht zu weitreichenden Folgen, die auch den Rest der Gesellschaft betreffen, gekommen sein. Auch wenn allein ein Informatiker die Bedeutung der Arbeit erkennen kann, ist es möglich, dass die Auszeichnung vergeben wird. Daher ist diese Auszeichnung im Rahmen der Informatik sogar noch höher angesehen, als es die Anerkennung einer Software durch die Nobelstiftung wäre. Der Turing-Award ist sozusagen der Nobelpreis der Informatiker.