Was sind mit dem Nobelpreis vergleichbare andere Preise?

Der Nobelpreis ist die höchste Auszeichnung in den Bereichen Medizin, Chemie, Physik, Friedensbemühungen und Literatur. Da dieser Preis, der seit 1901 vergeben wird, nur wenige Fachgebiete abdeckt, gibt es heute mittlerweile eine Vielzahl anderer Preise, die fast ebenso prestigeträchtig sind wie der Nobelpreis.

Preis für Wirtschaftswissenschaften

Der „Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel“ wird jedes Jahr am gleichen Tag wie die ursprünglichen Nobelpreise verliehen und die Preisträger werden außerdem vom selben Komitee ausgewählt. Der Preis, der umgangssprachlich auch als Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet wird, existiert seit 1969 und kann auch an Politikwissenschafter, Soziologen und Psychologen vergeben werden.

Pulitzer Preis

Der US-amerikanische Pulitzer Preis wird seit 1917 an Journalisten und Schriftsteller vergeben. Er gilt in den Vereinigten Staaten als bedeutendster Literaturpreis und wird in 21 Kategorien, die aus 2 großen Bereichen stammen, vergeben. In der Sparte Journalismus gibt es unter anderem die Unterkategorien Investigativer Journalismus, Leitartikel und Aktuelle Berichterstattung. Im Bereich Literatur, Theater und Musik werden Auszeichnungen für beispielsweise Romane, Sachbücher und Biographien vergeben.

Right Livelihood Award

Der Right Livelihood Award wird oft als „Alternativer Nobelpreis“ bezeichnet und wird seit 1980 vergeben. Er gilt als renommiertester Preis auf den Gebieten Entwicklung und Ökologie. Wie im Fall des Nobelpreises kam auch eine Schwede auf die Idee einen Preis für diese Bereiche zu vergeben. Im Gegensatz zum „echten“ Nobelpreis ist der Right Livelihood Award jedoch der breiten Öffentlichkeit eher unbekannt und genießt auch bei Weitem nicht so viel Ansehen.

Weitere vergleichbare Preise

In nahezu jedem Bereich, in dem Forschung betrieben wird, werden auch Preise für besondere Leistungen und Entdeckungen verliehen. Der wichtigste Architekturpreis ist der so genannte Pritzker Preis, den es seit 1979 gibt. Im Fachgebiet Mathematik wird seit 1936 die „Internationale Medaille für herausragende Entdeckungen in der Mathematik“, kurz „Fields Medaille“ vergeben. Der Turing Award ist die höchste Auszeichnung für Informatiker. Der Preis wurde 1966 ins Leben gerufen. Darüber hinaus gibt es in anderen Teilen der Welt verschiedene Preise, die mit dem Nobelpreis vergleichbar sind. Ein wichtiger asiatischer Wissenschaftspreis ist der „Internationale Japanpreis“, der besondere Leistungen in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften würdigt. Dieser Preis wurde 1985 zum ersten Mal verliehen.
Update: Leider gibt es noch keinen Preis für Softwareentwicklung. Dabei wird auf diesem Gebiet wirklich innovatives geleistet. Z.b. diese Newsletter-Software von eCircle. Aber es gibt auch noch 1000 andere Beispiele dafür.

Wurde schon mal ein Nobelpreis für Computersoftware vergeben ?

Der Nobelpreis wurde im Jahre 1901 testamentarisch von Alfred Nobel ins Leben gerufen. Er gründete eine Stiftung, aus deren Geldern seither jährlich die wichtigsten Leistungen in den Wissenschaften Chemie, Physik und Medizin sowie in der Literatur geschaffen wurden. Zusätzlich gibt es auch einen Nobelpreis für die wichtigsten Friedensbemühungen. Später wurde noch ein Preis für wirtschaftliche Leistungen hinzugefügt, der aber im Grunde kein Nobelpreis ist, sondern nur im gleichen Rahmen verliehen wird. Alfred Nobel hat in seinem Testament die Bereiche, die er selbst für besonders wichtig hielt, mit den entsprechenden Preisen versehen. Da er Computersoftware noch nicht kannte, war es auch nicht möglich, dass er einen Preis ausschrieb, der den Entwickler einer besonders bedeutenden Software auszeichnen würde.

Der Nobelpreis könnte also nur für eine Computersoftware verliehen werden, wenn diese Anwendung zu einem Durchbruch in einem der anderen Bereiche führen würde. So könnte zum Beispiel die SSL-Verschlüsselung im Bereich Wirtschaft ausgezeichnet werden, da durch diese Software eine Sicherheit erreicht wird, die Online-Banking und Handel im Internet erst möglich machte. Heutzutage gibt es viele Anbieter die sich auf SSL Zertifikat spezialisiert haben wie zm Beispiel die Seite PSW. Hierfür müsste das Nobelpreis-Komitee anerkennen, dass die Entwicklung einer Software von tragender Bedeutung für einen wissenschaftlichen Bereich war. Da der 1896 verstorbene Alfred Nobel jedoch eher an die Inhalte der Forschung dachte, als er seine Stiftung testamentarisch dazu ermächtigte, die besten Wissenschaftler auszuwählen, kommt eine solche Würdigung für die Entwicklung eines Werkzeuges, wie es die Software ist, eher nicht vor.

Der Nobelpreis ist jedoch nicht der einzige Preis, der großartige Leistungen würdigt. Im Falle der Computersoftware kann man vom Turing-Award sprechen. Dieser Preis wird seit 1966 im Bereich der Informatik vergeben. In jedem Jahr wird ein Experte ausgewählt, dessen Leistungen besonders gewürdigt werden sollen. Ähnliche wie beim Nobelpreis werden die Nominierten daraufhin verglichen, wessen Arbeit den größten Einfluss auf die Entwicklung der Informatik hatte. Dabei muss es nicht zu weitreichenden Folgen, die auch den Rest der Gesellschaft betreffen, gekommen sein. Auch wenn allein ein Informatiker die Bedeutung der Arbeit erkennen kann, ist es möglich, dass die Auszeichnung vergeben wird. Daher ist diese Auszeichnung im Rahmen der Informatik sogar noch höher angesehen, als es die Anerkennung einer Software durch die Nobelstiftung wäre. Der Turing-Award ist sozusagen der Nobelpreis der Informatiker.

Wie wird beim Nobelpreis nominiert und der Sieger ausgewählt?

Der Nobelpreis gehört weltweit zu den wichtigsten Auszeichnungen. In den Kategorien Chemie, Physik, Literatur, Physiologie oder Medizin, Frieden und Wirtschaft wird der Preis jährlich an herausragende Persönlichkeiten vergeben.

Vor der Vergabe durchlaufen potentielle Gewinner einen Nominierungsprozess, der bestimmten Vorgaben unterliegt. Die genauen Bestimmungen basieren auf den Statuten der Nobelstiftung. Während bis in die 1970er Jahre auch verstorbene Persönlichkeiten für den wichtigen Preis nominiert werden durften, steht das Recht auf Nominierung nun mittlerweile nur noch lebenden Personen zu. Wer allerdings zwischen Bekanntgabe im Oktober und der Vergabe des Preises im Dezember verstirbt, erhält die Ehrung posthum. Als Nominierungsfrist ist der 1. Februar jedes Jahres festgesetzt. Die Meinungen der Nobelkomitees sowie die Informationen über Nominierende und Nominierte stehen für 50 Jahre unter Verschluss, erst dann können sie eingesehen werden. Eine Selbstnominierung ist nicht möglich.

Zur Nominierung ist nur ein ausgewählter Kreis an Experten und Persönlichkeiten berechtigt. Zum einen können frühere Preisträger Nominierung aussprechen. Je nach Kategorie kann die Nominierung zudem über weitere Personen erfolgen. In den Bereichen Wirtschaft, Physik, Chemie und Medizin fällt die Aufgabe der Nominierung den Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften und dem Nobelkomitee zu. Darüber hinaus können Professoren aus dem jeweiligen Fachbereich von ausgewählten skandinavischen Universitäten sowie ausgesuchte fachkundige Wissenschaftler einzelner anderer Universitäten Vorschläge unterbreiten.

Bezüglich des Nobelpreises im Bereich der Literaturwissenschaften werden die Nominierungen von Mitgliedern der Schwedischen Akademie sowie von weiteren vergleichbaren Einrichtungen vorgebracht. Auch bedeutende Professoren der Literatur- und Sprachwissenschaften sowie Präsidenten wichtiger Schriftstellervereinigungen fällt die Ehre der Nominierung zu.

Die Nominierungen für den Friedensnobelpreis können hingegen durch jedes Mitglied einer Regierung oder eines internationalen Gerichts erfolgen. Darüber hinaus dürfen auch Professoren der Sozialwissenschaften, Geschichte, Philosophie, Theologie und des Rechts sowie Leiter von Friedensforschungsinstituten Vorschläge anbringen. Im Gegensatz zu den anderen Bereichen kann der Friedensnobelpreis nicht nur an einzelne Personen, sondern auch an Organisationen vergeben werden.

Die letztendliche Vergabe des Preises erfolgt dann basierend auf der Liste der Nominierten. Dabei ist die Anzahl an Nominierungen nicht entscheidend für den Erhalt der Auszeichnung. Je nach Fachbereich beraten sich verschiedene Gremien bestehend aus meist fünf Mitgliedern über die Nominierten und beschließen einen Preisträger, der jedes Jahr Anfang Oktober bekanntgegeben wird.